In der Armee

Jon Symon ganz links oben

1964 war Jon in Bielefeld stationiert, wo er mit ein paar anderen Soldaten eine Beatgruppe namens „The Demons“ gründete. Bereits ein Jahr später beabsichtigte die Armee, die Gruppe aufzulösen, so dass sich alle Bandmitglieder unerlaubt entfernten und über Nacht nach England fuhren, um sich bei ihren Parlamentsmitgliedern zu beschweren. Bevor die Armee merkte, dass die Gruppe weg ware, hatte sie den Kanal überquert und war in London. Sie schliefen sogar im „Union Jack Club“ der Armee.

Am nächsten Tag waren sie im Unterhaus, um sich bei ihren Abgeordneten zu beschweren, und fuhren anschließend nach Wales, zu dem Bauernhof, auf dem die Eltern ihres Rhythmusgitarristen lebten. Dessen Vater stellte ihnen Lady Megan Lloydd George vor, die die Musiker zu Tee und Keksen in ihr Herrenhaus einlud. Die Gruppe beschwerte sich heftig darüber, dass sie aufgelöst werden sollte, und Lady Megan Lloydd George versprach, ein Wort für Jon und seine Kameraden einzulegen. Dann kehrten sie nach Deutschland zurück und meldeten sich bei ihrer Einheit, wo der kommandierende Offizier regelrecht „die Wand hochging“.

Ein paar Monate entfernte sich Jon wieder unerlaubt von der Truppe, diesmal allein, und versuchte, eine neue Gruppe in England zu finden, allerdings ohne viel Erfolg. Er arbeitete zwei Wochen lang in einer Kohlengrube und setzte dann, als er wieder pleite war, sein letztes Geld auf das Grand National Lotto, das er überraschend gewann und somit genug Geld hatte, um wieder zu seiner Einheit zurückzukehren.

Nach dieser Eskapade wurde Jon 1966 zu einer anderen Einheit in Celle versetzt. Dort wurde er bald zum Leadgitarristen und Sänger der deutschen Rockband „The Anyones“ aus Hannover. Er beschloss, einen weiteren „Urlaub“ von der Armee zu nehmen und verschwand einfach, um seiner neuen Profession als Rockmusiker weiterhin nachgehen zu können. Im Frühjahr 1970 wurde Jon gefasst, nachdem er vier (!) Jahre lang unentschuldigt gefehlt hatte. Er war allerdings die ganze Zeit über eigentlich nur 40 Kilometer von seiner Einheit entfernt, und keiner hat es gemerkt. Man schickte ihn wieder zurück nach England, wo er in Colchester im Military Corrective Training Centre (ein „korrigierendes“ Militärausbildungszentrum, man könnte es auch als „Militär-Knast„ bezeichnen) für 3 Monate untergebracht und danach entlassen wurde. Kein rühmliches Ende für einen Royal Artillerist.

Jon kehrte umgehend zu seiner Verlobten Evelyn nach Deutschland zurück, die er während Seiner „Fahnenflucht“ kennen und lieben gelernt hatte. Er verbrachte dann ein Jahr an der Werkkunstschule in Hannover, bevor er sich endgültig der Musik verschrieb.