Wie schon im vorangegangenen Kapitel Kindheit gesagt, begann Jons musikalische „Karriere“ bereits im Alter von 4 Jahren im St. George’s Hotel in Bradford, wo er das Schlagzeugspiel ausprobierte.
1956, mit 15 Jahren, gründete Jon seine erste Band, eine Skiffle-Gruppe namens „Satellites“ und verdiente sein erstes Geld mit Musik, wenn auch nur mit bescheidenen 5 Shilling pro Abend, was einem viertel Pfund Sterling entsprach (in Euro umgerechnet waren das 1,50 €).
Direkt zu Anfang seiner Militärlaufbahn formierte er 1964 zusammen mit einigen Kameraden eine Beat-Gruppe, „Johnny Preston & The Demons“. Johnny Preston war der Künstlername ihres Sängers, Claude Bourne (Claude wurde später Patenonkel seines Sohnes Merlin).


Nachdem die Gruppe mit der Armeeführung immer mehr Schwierigkeiten bekam und sie kurz davor stand, aufgelöst zu werden, habt die sich – wie schon im Kapitel In der Armee beschrieben – unerlaubt von der Truppe entfernt, und nach England abgesetzt, um sich bei ihren Abgeordneten zu beschweren. Genutzt hat es leider nichts.
Als Jon dann 1966 nach Celle versetzt wurde, suchte er sich eine neue Band und fand in Hannover „The Anyones“, wo er als Leadgitarrist und Sänger einstieg. Seiner Einheit kehrte er wiederum unerlaubt den Rücken.


Bei den „Anyones“ blieb Jon bis 1969. Er wollte seine eigene Musik machen und gründete deshalb das „John Simon Set“.

Sie sorgten für einiges Aufsehen, da Jon für ihre Auftritte Go-Go-Girls engagierte, denen er eigenhändig Body-Paintings aufmalte. Dummerweise rief das die deutsche Sittenpolizei auf den Plan und machte dem ganzen einen Strich durch die Rechnung. Leider war sein eigenes Projekt zusätzlich nur von kurzer Dauer, da ihn 1970 die Militärpolizei aufgriff und nach England zurück brachte (s. In der Armee).
Rasputin (Jon Symon’s One-Man-Band)

Nach seiner Entlassung kehrte er wieder nach Hannover zurück und begann ein Studium an der dortigen Werkkunstschule. Gleichzeitig rief er sein Solo-Projekt „Rasputin“ ins Leben. Sein erster Auftritt fand in der Mensa der Werkkunstschule statt, der letzte am 3. November 2012 in Hannover-Linden.
Jon hat im Laufe seines Lebens zahllose Gastspiele in ganz Deutschland, aber auch in England, Frankreich und sogar Italien gegeben. Auch im Fernsehen konnte man ihn „bewundern“, so z. B. im legendären „Musikladen“ von Radio Bremen und NDR (am 5. Februar 1975, unter dem falsch geschriebenen Künstlernamen „John Simon’s One-Man-Band“) oder auch bei Ilya Richter in der Sendung „ZDF Disco“ (am 31. Januar 1976, angekündigt unter „Jon ‚Rasputin’ Simon“). Diese Auftritte sind als Videos hier abrufbar.
1972 erschien seine erste Single, „Chicken Song“, eine Eigenkomposition, die Jon mit einem Freund zusammen selbst aufnahm und produzierte. Im darauffolgenden Jahr 1973 kam er mit dem Produzenten Pete Bellotte in Kontakt, der mit dem Komponisten und Arrangeur Giorgio Moroder zusammen arbeitete. Mit diesen beiden entstand seine zweite Single, „Sweet Eliza (Give Up Your Rubber Man)“. Auch die dritte Single von 1974, „Mighty Quinn“, wurde von Peter Bellotte produziert. Waren die bisherigen Titel meistens Coverversionen, so erschien 1975 seine erste Single, deren A- und B-Seite er komplett alleine komponiert hatte, „Silver Star“. Das Produzenten-Team waren wieder Bellotte und Moroder. Unterstützt wurde Jon dabei von keiner Geringeren als Donna Summer als Background-Sängerin.
Im selben Jahr kam Jon mit dem damals schon erfolgreichen Sänger, Komponisten und Produzenten Gunter Gabriel zusammen, der ihm die nächste Single schrieb, „Ich wär so gern ein Millionär“. Dieser Titel brachte ihm einen TV-Auftritt in der legendären Sendung „ZDF Disco“ ein.
Bis Ende der 1970er Jahre erschienen noch zwei weitere Singles, „Freedom on the Road“ und „Reggaephone (La-La-La)“, beides Eigenkompositionen.
Als „One-Man-Band“ begleitete sich Jon ja stets selbst mit einer Eigenkonstruktion eines Schlagzeugs mit spezieller Mechanik. Gitarre und Bass spielte er auf einer eigens umgebauten Fender Telecaster Gitarre. Mitte der 1970er Jahre kam dann noch eine „Orgel-Gitarre“ hinzu. Es war eine Gitarre mit einer eingebauten Orgelplatine. Die Orgeltöne wurden über die Gitarrensaiten gespielt. Der Kontakt zwischen Saite und Bund löste ein Signal aus. Jede Saite und jeder Bund hatte eine Verbindung mit der Orgelplatine.


